01.09.07

Hatten wir heute eigentlich schon Vollgas?

Von DasJott um 20:27 in Allgemein

Ich schon, denn ich bin grad zurück aus dem Land der Friesen in der schönsten Stadt der Welt. Die Autobahn war weitestgehend frei bis auf einen Unfall, der einen 4Km Stau verursachte. Der Verkehr stand nicht, sondern lief langsam aber stetig weiter.

Ansonsten wie immer Vollgas, aber vorsichtig! Wie das gehen soll? Ganz einfach.

Koffein, Nikotin, laute Musik und Vollgas… eine Mischung, die man nur mit allerhöchster Vorsicht ausüben sollte. Ich nehme gern zwei Dosen RedBull und eine Schachtel blaue Gaulloises. Zuerst einmal sicherstellen, dass die Autobahn auch wirklich frei genug ist, um dem Geschwindigkeitsrausch zu fröhnen. Ist die linke Spur frei bis zum Horizont, kann es an sich losgehen. Erste Dose RedBull öffnen, Fluppe anmachen, Musik aufreißen, in den Spiegel sehen und dann das Gaspedal einmal ganz durchdrücken. Mein Auto reagiert nicht sofort auf derartig ruckartiges Durchdrücken des Gaspedals… es ist eher etwas gemütlich.

Hat man die gewünschte Höchstgeschwindigkeit erreicht, wird es ernst. Man darf auf gar keinen Fall die enorme Energie unterschätzen, mit der man unterwegs ist! Voll konzentriert und die Augen weit aufgerissen (dazu das Koffein), ist der Blick auf die Rücklichter des Vordermanns (sofern vorhanden) gerichtet, der rechte Fuß jederzeit zum Wechsel auf die Bremse bereit. Im Kopf herrscht absolute Stille (dazu die laute Musik) - ein einziger Gedanke ist erlaubt: Man stelle sich die Sachen vor, die in der Situation, nämlich Vollgas, schlimmstenfalls passieren könnten. Vom plötzlichen Ausscheren eines Fahrzeugs von der rechten Spur, über das Platzen eines der eigenen Reifen bis hin zum plötzlichen Herunterfallen eines Ambosses auf die Motorhaube.

Auf all diese Dinge gefasst kann man selbst mit Vollgas vorsichtig fahren. Allerdings sollten man es nicht nonstop betreiben, um Gewohnheit vorzubeugen. Das Mitsingen zur Musik oder gar typische Karusellsprecher-Gesabbel, was einem der Geschindigkeitsrausch beschert, steigert das Achterbahngefühl erheblich…..

Aber Achtung: Das RedBull maximal bis zu einer Füllhöhe austrinken, zu der man den Kopf nicht soweit nach hinten legen muss, dass man nicht mehr auf die Straße gucken kann! Rauchen und Fluppe ausmachen muss funktionieren, ohne den Blick von der Straße wenden zu müssen und trotzdem nicht zu verbrennen!

Viel bringen tut das alles allerdings nichts, denn es gab einen Stau… ich wäre also so oder so genauso schnell gewesen.

04.08.07

Nice to Be

Von DasJott um 15:26 in Allgemein, Computer

Als ich mir einen neuen Computer kaufte und ihn nicht gleich mit Windows verseuchen wollte, schaute ich mich nach Alternativen um. Linux war seinerzeit irgendwie für mich nichts, da zu kompliziert in der Installation und Bedienung. Ich hätte mich da durchfummeln können, aber ich wollte ein OS, was ich einfach benutzen kann und nicht erstmal wochenlang konfigurieren muss…

Da fiel mir ein OS ein, was ich schonmal als LiveCD gesehen hatte und was gleich Spaß gemacht hatte. BeOS. Ich schaute mich im Internet um und fand eine freie Version davon, die man sich installieren konnte. Das tat ich dann auch. Die Installation war supereinfach und schnell. Als es dann installiert war, konnte ich sofort loslegen.

BeOS fühlt sich einfach gut an. Es ist schnell und wirkt sehr performant. Es scheint vor Kapazität nur so zu strotzen. Dabei ist es auch noch sehr klein, nimmt selber nur nen kleinen Teil von der Platte in Anspruch. Ich war begeistert von diesem System.

Da aber selbst unter BeOS mal die ein oder andere Frage auftreten kann, suchte ich mir ein Forum. Dort bin ich auch schnell nett aufgenommen worden. Später im IRC, im #beos.de hatte man viel Spaß im Chat. Ich habe begonnen, Scripte für BeOS zu schreiben, die sich bei einigen großer Beliebtheit erfreuten. Ich habe immer mehr mit und für BeOS gemacht.

Nun habe ich seit einem halben Jahr kein BeOS mehr benutzt, weil ich nur noch unter Windows oder gelegentlich mal unter Linux programmiere. Nicht, dass ich Windows jetzt mag, aber es geht doch einfach wesentlich mehr. Ich hab mich damit abgefunden, dass BeOS einfach verloren hat gegen den unverschämten Riesen Microsoft. Ich kann mit BeOS nichts mehr anfangen. Es wird noch viel dafür gemacht, aber es fehlt auch noch so viel. Der Nachfolger Haiku verspricht ein Klon von BeOS R5 zu werden - welche 2000 rauskam…

Mittlerweile hat Haiku also schon sieben Jahre nachzuholen. Es gibt wohl Software, die man benutzen kann und die auch viel kann, aber im Jahre 2007 hat man eben auf vielen Internetseiten Flash und Java. Flash ist mittlerweile bei Version 9, die (kostenpflichtige) Version für BeOS stoppte bei 4. Java gibt es gar nicht für BeOS/Haiku.

Wenn ich mal kein Windows mehr sehen kann, dann benutze ich gern Ubuntu, ein wirklich benutzerfreundliches Linux, was mir sehr gefällt. Dort kann ich fast alles machen, was ich auch unter Windows kann, außer für Windows programmieren. Sonst fehlt mir da nichts. BeOS kann da einfach nicht mehr mithalten.

Es hat wirklich Spaß gemacht, aber es ist vorbei. Ich erinnere mich noch gern an die schöne Zeit. Ich halte BeOS immer noch für das beste OS, aber es hat eben verloren. Schade. Trotzdem gucke ich ab und zu nochmal auf BeSeiten vorbei und lese, was noch so los ist… aber aktiv bin ich bin dem Thema durch. Ich habe selber kein BeOS-Derivat mehr installiert.

It was nice to Be.

31.03.07

Das neue Jott

Von DasJott um 12:50 in Allgemein

Ich weiß was Sie jetzt denken und Sie haben recht. Ewig nichts geschrieben der Bursche.

Das Jott hat sich auf neue Taten vorbereitet. Nachdem ich durch eine in die Insolvenz getriebene Firma in die Arbeitslosigkeit abgerutscht bin, stand ich vor einem großen leeren Nichts. Unverschämt dicht drängte sich mir die Frage auf, was folgen sollte. Gern hätte ich wieder das selbe gehabt, was ich grad verloren hatte - einen guten Job als Programmierer. Dies gestaltete sich jedoch nicht so einfach, da ich mich auf eine spezielle Programmiersprache spezialisiert hatte und noch schwach in “allgemeingültigen” Programmiersprachen war. Außerdem hatte ich mir alles selber beigebracht und somit kein Stück Papier, worauf steht, dass ich es kann.

Dass man es kann, scheint wenig zu zählen. Die meisten Menschen brauchen ein Stück Papier mit irgendeinem Stempel drauf, was Ihnen sagt, dass der betroffene die beschriebene Tätigkeit ausüben kann. Es ist schon merkwürdig, dass man einem Zettel mehr Vertrauen entgegenbringt, als dem Wort eines Menschen. Am liebsten würden viele wohl lieber ein Stück Papier einstellen, statt des Menschen. Letzterer gilt dann als ausführender seines Zeugnisses. Scheinbar ist ein jeder Mensch nur Angestellter und Untermieter seines Zeugnisses.

Ich hätte mir eine Fortbildung gewünscht, die mich offiziell befähigt hätte, mich als Programmierer bewerben zu können. In meinem ursprünglich gelernten Job gibt es kaum Stellen und generell ist er zum Aussterben verdammt, leider. Die Agentur interessierte mein Wunsch so gar nicht und wollte viel lieber, dass ich mich im erlernten Job bewerbe. Wo auch immer, denn wie erwähnt gibt es kaum noch Stellen.

Als sich auch die Agentur endlich der Umstände bewusst wurde, ging die Fantasie mit ihr durch. Eine Stelle als Chemiker, das solle ich dochmal machen. Da auf ein “Nein” im allgemeinen sehr barsch mit Streichung jeglicher Lebensgrundlagen reagiert wird, blieb mir nichts anderes übrig, als den ganzen HokusPokus mitzumachen. Im Klartext ging es um eine Stelle als kleiner Helfershelfer in der Chemiebranche, die ich dann “leider” nicht bekam. Die mir im Vorstellungsgespräch gegenübersitzenden Damen und Herren hatten kein Interesse an jemandem, der kein Interesse an Ihnen hat.

Wiederholt brachte ich den Wunsch nach oben genannter Fortbildung bei der Agentur vor. Ich hatte mich bereits um alles gekümmert, Adresse des Veranstalters, Termine. Die Agentur hätte nur noch zustimmen müssen. Die Idee einer Fortbildung wurde nicht gänzlich verwischt, jedoch sollte es nicht eine sein, die einen Programmierer zum offiziellen Programmierer macht, sondern eine die einen lehrt, wie man einen Computer einschaltet und eine Bewerbung schreibt.

Die Haarsträubende Begründung der Ablehnung meines Angebotes war, dass eine solche Veranstaltung schließlich von Steuergeldern bezahlt würde und man damit ja nun nicht machen könne, was man wolle. Somit hat letztenendes der Steuerzahler nicht für eine Fortbildung, die mir genutzt hätte bezahlt, sondern für eine, die für mich völlig Sinnlos war. Logik.
Also hab ich mich dran gemacht, mich selber fortzubilden und Referenzen zu sammeln in der Hoffnung, diese würden vom einen oder anderen Arbeitgeber anerkannt. Glücklicherweise habe ich viele nette Bekannte, die mir sehr geholfen haben, meine Fähigkeiten auszubauen.

Eines Tages bekam ich eine schnelle und interessierte Antwort auf eine meiner Online-Bewerbungen. Jemand, der sich im Internet schlau gemacht hat, was ich alles schon gemacht hatte und mich daher näher kennenlernen wollte. Es folgte ein sehr nettes und lockeres Vorstellungsgespräch. Hier kristallisierte sich heraus, dass Interesse an mir und meinen Fähigkeiten besteht nicht an meinem Zeugnis.

Ich hatte wirklich Glück jemanden gefunden zu haben, der mir auch ohne Papier eine Chance gibt. So habe ich nun endlich wieder einen Job - nicht irgendeinen, nein. Man arbeitet dort in einem sehr netten Team, einem spitzenmäßigen Arbeitsklima unter dem Motto “Mit Spaß zum Erfolg”. Es ist ein wirklich super Job, der mir sehr viel Spaß macht, wo ich gern hingehe und mich abends kaum lösen kann.
Es hat sich also doch alles zum Guten gewendet. Musste für den Job in eine Stadt umziehen, in die ich schon seit längerem gern wollte. Habe hier eine Wohnung, in der ich mich sehr wohl fühle und, wie erwähnt, einen klasse Arbeitsplatz.
Kaum zu überbieten. Ich hoffe es bleibt weiterhin alles so positiv, denn nach einem so negativen Jahr tut es mal wieder gut rundum zufrieden zu sein.

04.11.06

Kommentare

Von DasJott um 20:07 in Allgemein

Die Einträge auf diesem Blog erhalten jeden Tag um die 20 Kommentare. An sich könnte einen das ja freuen, wenn das nicht ausschließlich Spam wäre. Diese Kommentare enthalten entweder immer ganz schlicht um die 20-40 Links oder einen kurzen Text, sinngemäß: “I really love your blog, good work” mit einem darauf folgenden Link zu irgendeiner unseriösen Seite.

Ich habe deshalb vorübergehend die Kommentarfunktion abgeschaltet. Ein Freund hat die Erfahrung gemacht, dass nach einer gewissen Zeit, in der die Funktion aus ist, die Spam-Bots es irgendwann aufgeben und sich Spam-Kommentare nach einem Wiedereinschalten auf ein Minimum reduzieren.

Also an all die lieben Leute, die ernsthafte Kommentare schreiben eine Entschuldigung für diese Maßnahme und die Bitte um etwas Geduld. In absehbarer Zeit schalte ich die Funktion wieder ein.

Danke und Gruß von Jott.

03.11.06

Linux

Von DasJott um 00:36 in Computer

Alternativen zu Windows gibt es eine ganze Menge. Eine davon benutze ich nun schon seit sehr langer Zeit, nämlich BeOS bzw. jetzt ZETA. Als ich damals erstmals nach alternativen Betriebssystemen geguckt hatte, ist mir natürlich als allererstes Linux eingefallen. Davon gibt es mittlerweile eine riesengroße Menge an verschiedenen Versionen und Zusammenstellungen, sogenannten Distributionen (gern auch Distris genannt). Ich suchte mir damals irgendeine davon heraus und installierte sie.

Da wusste ich, dass Linux ein System von Geeks für Geeks ist - absolut nichts für normale Anwender. Zuviel muss noch von Hand konfiguriert werden, manchmal sogar noch das ein oder andere Zubehör kompiliert werden… Nach ein paar Stunden Beschäftigung damit habe ich es dann irgendwann wieder runtergeschmissen.

Bald danach fiel mir aber noch BeOS ein. Ein von Grund auf neu geschriebenes System der Firma Be, die leider 2001 eingegangen ist. Ich installierte mir die frei erhältliche “Personal Edition”, PE und war schon nach ein paar Minuten begeistert. Weil ich Windows noch zum Musikmachen brauchte, hab ich seitdem Windows und BeOS in friedlicher Koexistenz auf meinem Rechner laufen gehabt. Später auf meinem Notebook das gleiche.

Nun, da BeOS unter dem Namen ZETA in eine zweifelhafte Zukunft driftet und ZETA als kommerzielles Betriebssystem ernsthafte Schwierigkeiten hat, den Vorsprung von Windows irgendwie aufzuholen, schaute ich mich nochmal in der Linux-Ecke um. Dort hat sich schon seit ein paar Jahren eine Distri namens Ubuntu einen Namen gemacht. Ubuntu ist finanziell unterstützt, aber OpenSource und hat eine breit gefächerte Anwender- und Entwicklergemeinde hinter sich. Es gilt als ein Linux für den Normalanwender. Durch die erwähnte große Linux-Fangemeinde gibt es eine Menge Software für Linux, fast so viel und so gut wie für Windows und weit mehr als für ZETA.

Also habe ich mir mal ein Image runtergeladen, auf CD gebrannt und installiert. Naja, erst mit der dritten CD hat es geklappt. Bei den vorigen gab es jedesmal Fehler beim Brennen… Endlich installiert dann ein paar Enttäuschungen. Kein Ton und keinerlei Laufwerke. Auch besteht Linux auf einen eigenen Bootmanager, den ich brauche, wo ich nun drei Betriebssysteme habe. Dank sehr tatkräftiger und netter Hilfe von Leuten aus dem IRC habe ich das mit den Laufwerken und dem Bootmanager relativ schnell hinbekommen. Nur der Ton, der nicht da war, nervte mich.

Das System war der festen Meinung, dass alles in Ordnung sei mit dem Ton. Ein Treiber war installiert und tat scheinbar völlig korrekt seinen Dienst. Die Lautstärkeregelung ließ alle erdenklichen Konfigurationen zu und Fehlermeldungen gab es keine. In diversen Foren allerdings stellte ich fest, dass ich nicht alleine bin mit dem Problem. Viele Anwender mit dem gleichen Sound-Chipsatz hatten exakt die gleichen Probleme. Als Lösung gab es jedesmal seitenfüllende Anleitungen zum Downloaden, Installieren und kompilieren von neueren Treibern dieses Sound-Chipsatzes. Da hatte ich aber schlicht keinen Bock drauf.

Nach ein paar Stunden hab ich mich dann doch dazu durchgerungen, den Treiber-Quellcode vom Hersteller des Chipsatzes herunterzuladen und hier zu kompilieren und zu installieren. Nach einem Reboot war Ubuntu kaputt. Ließ sich nicht mehr booten. Super.

Unter ZETA hab ich dann die Partition wieder gelöscht und sah mich in meiner meiner üblen Meinung über Linux bestätigt. Ganz losgelassen hat mich das Thema aber doch nicht. Ich suchte weiter in allen mögichen Foren. Nach einiger Zeit fand ich etwas, was fast zu einfach klang, ich aber nicht verscucht hatte. Naja, dachte ich, gebe ich Linux noch eine letzte Chance zu versagen. Ubuntu-CD rein (als LiveCD), gebootet und probiert - tadaaa - Ton.

Des Problemes Lösung war, einen verborgenen und standardmäßig gemuteten (stummgeschalteten) Lautstärkeregler im Mixer erstmal anzeigen zu lassen und dann zu entsperren. So einfach war es nun also, so ganz ohne kompilieren und sowas… Also Ubuntu wieder installiert und nach meinen Wünschen eingerichtet.

Ich bin auch jetzt grad unter Linux und werde es noch ein paar Wochen testen bis es mir entweder auf den Sender geht oder tatsächich einen festen Platz auf der Platte bekommt. Alles in allem ist Ubuntu schon nicht schlecht. Nicht so einfach zu bedienen wie BeOS/ZETA, mehr wie Windows, nur etwas komplizierter an einigen Stellen.

Ich werde mehr über Ubuntu-Linux rausfinden und es bei Gelegenheit dann hier niederschreiben. Bis dahin, viele Grüße.